Giant Lover Teil 2 – oder warum man (s)einen Klaus zur Sicherheit unter Kontrolle halten sollte


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Ahhh! Verschlafen!!!!
Der Plan war eigentlich, dass die E. mich so ca. zweieinhalb Stunden vor meinem Abflug nach Schwechat zum Flughafen chauffiert.
Gut, der Plan funktioniert jetzt (zwei Stunden vor Abflug, und wir sind grad erst aufgestanden) natürlich nicht mehr.
Das kommt davon, wenn man sich am Vorabend vornimmt, angesichts des frühen Aufstehtermins gleich durchzumachen und es dann aber nicht schafft, weil man von der Tequilla-Klaus-Party schlicht zu viel Promille im Blut hat.

Eins steht fest: In dem Zustand kann mich die E nicht fahren. Also tut sie das Einzige, wozu sie mit ihrem Kater im Stande ist: Sie ruft ein Taxi.
Bis das Taxi kommt, sind meine sieben Zwetschken Gott sei Dank alle im Koffer verstaut, bis auf (die E. übersieht aber auch gar nix) Mr. Giant Lover.

Ich bin ja eigentlich schon unten beim Taxi, als mir die E. den „vergessenen“ Klaus aus dem Fenster nachschmeißt und ich aufpassen muss, dass mein Taxler nicht von einem vom Himmel fallenden Dildo samt Gleitgel erschlagen wird… Na, gut, rein damit in die Tasche und jetzt aber ab.

Typischerweise hab ich einen Taxler erwischt, dem es sowas von wurscht war, ob ich meinen Flieger noch krieg oder nicht… das ist anscheinend immer so – Murphy’s Gesetz würd ich tippen.
Mit gefühlten 40km/h auf der Autobahn bei null Verkehr, weil eigentlich ja noch fast in der Nacht, ignoriert Herr Taxler meine „Geht’s nicht ein bisserl flotter?“-Stoßgebete.
Trotzdem: Irgendein höheres Wesen hatte anscheinend doch Erbarmen mit mir und zeigte Einsehen und so hab ich es grad noch geschafft zum Check-in. Danach noch schnell vor dem Flughafen eine Tschik abgefackelt, man weiß ja nicht, wann man wieder dazu kommt und so frisch gestärkt ging’s dann zur Sicherheitskontrolle.

Souverän wie immer (bei mir piepst’s nie – bei der Kontrolle jetzt) pack ich mein Handtascherl auf’s Förderband, die Frage nach den Flüssigkeiten verneine ich gelassen und will das Tascherl nach bestandener Piepsprobe wieder vom Band nehmen, als eine starke, männliche Hand mein Handgelenk umfasst und die dazugehörige Stimme meint: „Nicht so eilig gnä Frau, sie haben da eine gelartige Substanz in der Tasche, die würden wir uns gern mal anschauen.“

Hä? Wie? Gel? Gelartig? Ich hab doch nix Gelart… Ah, nein!
Aber der freundliche Sicherheitsbeamte hat sie schon gefunden. Die ominöse Tube mit gelartigem Inhalt und liest laut und für die Jugendreisegruppe hinter mir unüberhörbar vor: „Flutschi – Gleitgel für den extra feuchten Spaß zu zweit.“ Und er verkneift sich auch das Kleingedruckte nicht: „Mit Vanillegeschmack. Speziell entwickelt für die empfindliche Scheidenflora“.

Hiermit war meine „Ich reise alleine und das ist gut so“-Souveränität flöten. Gefühlsmäßig hätte man auf meinem Gesicht ein Spiegelei braten können.

„Das muss ich leider konfiszieren.“, meint der Herr Sicherheitsbeamte mit einem süffisanten Grinser.
Ich will ein bisserl was von meiner Ehre retten und versuche salopp zu entgegnen: „Aber bitte, Sicherheit geht vor.“ und will weg, einfach nur weg – Loch im Boden, wo bist du?
Aber leider, so leicht entkomm ich nicht.

Der Mann hinter dem Bildschirm hat nämlich noch ein Schmankerl in meiner Handtasche entdeckt: „Geh, Fred, schau noch a bissl genauer, da is so a komisches Dings drin, was des is. Irgendwas mit einer Batterie müsst’s sein.“

Und Fred sucht…
und Fred findet…
und Fred hält triumphierend und für jedermann sichtbar Mr. Giant Lover in die Höhe: „Jössas, was hamma denn da?“

Sehr diskret, der Fred, wirklich. Dank seiner Diskretion hat sich schon eine ganze Schar Schaulustiger um mich versammelt. „A so ein Schweinskram“ mokiert eine ältere Dame hinter mir. Und ein kleines Mäderl meint verunsichert: „Du Mami, was hat der Mann da in der Hand?“

Und als ich denke, peinlicher kann’s nicht werden, kommt der Fred noch auf eine ganz lustige Idee: „Gehn’s Frau…“ mit Blick auf meinen Boarding Pass „…Stern, nehmen’s mal die Batterie heraus, ich muss überprüfen, ob da eh nix anderes drin ist.“
Meine Güte, ich glaub ich bin im falschen Film, kann denn niemand umschalten, oder zumindestens auf Vorlauf drücken?

Also gut, ich tu dem Fred den Gefallen, hantiere an dem überdimensionalen Klausersatz herum, es dauert meiner inneren Uhr nach Stunden, bis ich endlich die Batterie draußen hab und sich Fred fachmännisch davon überzeugt hat, dass außer zwei 6-Volt Batterien nix im GL versteckt ist und mich endlich gehen lässt. Allerdings nicht, ohne mir mit einem Augenzwinkern „einen angenehmen Flug“ zu wünschen.

Nach diesem Zwischenfall bin ich dann aber schon sehr froh, als ich mich in meinen Fenstersitzplatz an Board der AirFrance zurücklehnen kann und mich auf zwei Stunden ungestörtes Lesen der mitgebrachten Frauenzeitschriften freuen kann.

Leider muss ich jetzt schon vorwegnehmen, dass der Flug weniger erholsam wurde, als geplant. Wie heißt es so schön? „Wenn etwas schief geht, dann alles“ – Murphy’s Gesetz… In diesem Sinne… Es folgt einer Fortsetzung und zwar nächstes Wochenende.

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