Straßenumfrage – oder warum Vorstellungsrunden im O-Ton auch peinlich und kompliziert gehen.


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Es gäbe da ja eine Reihe an Möglichkeiten, wie man sich einem neuen Publikum vorstellt. Aber warum subjektiv und eloquent, wenn’s auch objektiv und peinlich geht?

Sehen Sie, genau das hab ich mir auch gedacht und bin daher auf die Straße gegangen, um willkürlich ausgewählte Passanten zu meiner Person zu befragen. Und was dabei im O-Ton rauskam, will ich Ihnen nicht vorenthalten. Danach haben Sie hoffentlich ein kunterbuntes Bild von mir, das ein bisschen so ausschaut, als wäre es im Kindergarten von einem Dreijährigen mit Fingerfarbe gestaltet worden und das Sie noch geraderücken müssen. Aber macht ja nix. „Wird schon werd’n“, sagt Frau Stern.

Die A.: „Die Elsa? Ehrlich? Ich kenn sie seit dem Studium und in Bezug auf Männer war sie damals schon ein Katastrophengebiet und ist es geblieben. Stellen Sie das Sternderl in einen Raum voller Männer, es wird unbedingt immer denjenigen am attraktivsten finden, der der größte A**** ist. So ist die Elsa und genau das ist ihr Problem. Hab ich ihr so auch schon öfter mal gesagt, aber sie ist da unglaublich störrisch und dann sudert sie wieder… aber sonst ist sie eh nett.“

Hausarzt: „Pumperlg’sund, pumperlg’sund! Na wirklich, pumperlg’sund! Nur auf die Leberwerte muss sie vielleicht a bissl aufpassen in Zukunft. Und nicht immer glauben, dass im Eierlikör genug Proteine sind für eine ausgewogene Ernährung.         “

Die E.: „Das Sternderl? Ich hab ihr die Karten gelegt und kann nur sagen: Selten so viel schlechtes Karma auf einem Haufen gesehen, ich weiß echt nicht, woher das kommt. Möglicherweise war sie in einem früheren Leben mal ein Casanova und hat unzählige Frauenherzen gebrochen und das vergisst das Karma nicht. Und um ihre Aura sind so dunkle Tupfen, eventuell deswegen, weil sie mir noch immer böse ist, dass ich ihren Nudelkochtopf ruiniert habe, als wir die Relikte ihrer Ex-Beziehungen darin verbrannt haben. Bei sowas ist sie nachtragend.“

Mama Stern: „Die Elsa-Antoinette ist jetzt über dreißig und unverheiratet! Was soll ich dazu noch sagen? Wissen Sie, was ich mir da als Mutter mitmache? Alles hab ich schon probiert, alles, sogar mit dem Pfarrer über einen päpstlichen Konsens gesprochen, damit sie ihren Cousin heiraten darf, aber sie will ja nicht auf mich hören. Und: Ich hab ihr schon hundert Mal gesagt, dass kein Mann eine Kuh kauft, wenn er die Milch umsonst bekommt. Dabei hat sie so gebärfreudige Hüften und so schade um ihre Gene, aber an ihre alternden Eierstöcke denkt sie nicht und an ihre arme Mutter auch nicht. Ich will doch nur, dass sie endlich einen adretten Mann mit akademischem Grad kennenlernt, der mich zur glücklichsten Schwiegermutter der Welt macht!

Die M: „Also der Waldi, das ist mein Mann, der Waldemar, und ich, wir sagen ja immer, dass wir es nicht verstehen, warum wer wie die Elsa Single ist. Die ist so lieb und gscheid und schaut gut aus… aber sie ist halt, und da gibt mir der Waldi auch immer recht, unglaublich heikel! Wir haben sie schon so oft zum Essen eingeladen und der Waldi hat Kollegen von sich eingeladen oder Kameraden aus dem Sportverein und immer haben wir vorher gesagt: Diesmal wird’s sicher was! Der passt super zur Elsa und dann… dann war’s wieder nix.“

Mr. Reason: „Kann ich Ihnen die Frage die Tage mal beantworten? Bin grade sehr im Stress, aber ich melde mich. Sicher! Die Tage mal!“

Mr. Whistler: „Sie hat keine Ahnung von Fußball, weiß aber wie die Abseitsstellung geht, wenn Sie verstehen… ;-)“

Onkel Super-Ego: „Die Stern? Kann ich so nicht beurteilen, müsste ich nackt sehen… na, ein Schmäh, Sie kennen sich aus. Das mit der Elsa und mir ist schon mal daran gescheitert, dass sie meinen Ausstiegstest nicht bestanden hat. … Wie? Kennen Sie nicht? Wenn man das Date mit dem Auto abholt und am Ziel angelangt so knapp parkt, dass nur Damen mit Kleidergröße XS aussteigen können. Aber sie ist schon in Ordnung, nur eben naiv… und hat ein bissl zu dicke Oberschenkel, aber sonst hätte durchaus was aus uns werden können.“

Der pragmatische Schwabe: „Die hat mal zu mir gesagt, sie sei wie Bagdad. Verstehen Sie das? Wie Bagdad… leicht einzunehmen und schwer zu halten, hat die gemeint. Ich hab’s nicht verstanden. Verstehen Sie’s?“

Der Munster-Zwiback: „Ähm, das ist ähm die, die ähm nach der Osterweihe in die ähm Biskuitlämmer vor dem ähm Altar ähm gefallen ist, oder?“

Der liebe Gott: „Jo mei, ich wollte halt auch mal was zum Lachen haben. Da hab ich die Elsa erschaffen. Und bis jetzt hat sich das ausgezahlt. Ich lach sehr viel mehr seither.“

Würstel-Franz: „Jo, des Sternderl: Stammkundin, kommt fast jedes Wochenende auf eine Unterlage zum Würstelstand. Hab sie schon in allen Aggregatszuständen erlebt, ist immer lustig, außer ich verrechne ihr den Festspiel-Aufpreis, das mag sie ned so, do wird’s grantig.“

Mr. Wrong: „Sie verträgt genau nix. Wird schon von sechs Mon Cherie sturzbesoffen. Darum trinkt sie meistens auch nur Eierlikör. In dem Zustand sollten Sie mit Ihr Wetten abschließen – sie verliert immer. Worum wollten wir wetten?“

Der Brite: “Sorry, too old for me. I mean, she’s over thirty, I’m over 45, I only have a few good years left to pick up girls in their twenties. But still some good distraction from time to time.”

Der Chef: „Vorbildliche Mitarbeiterin, das Fräulein Stern, auch wenn sie des Öfteren mit Sonnenbrille zur Arbeit kommt. Sie sagt immer, das sind die Pollen, aber wir wissen alle, wofür die „Pollen“ wirklich stehen.“

Der Kurt (mein Versicherer): „Ich war letztens bei ihr (wegen ihrem Dachschaden – vom Hagel) und nach drei Schnaps machte ihre Idee von der Liebeskummer-Haftpflicht-Versicherung auch auf einmal Sinn.“

Das Lektorat: „Macht zu viele Tipp- und Kommafehler. Wenn Sie welche finden, dürfen Sie sie behalten.“

Der A.: „I kenn des Sternderl seit der Volksschule. Sie hat mich damals mal bewichtelt und ist seither meine Christbaum-Stammkundin. Sie macht auch in Gummistiefeln auf dem Traktor eine gute Figur, aber sein’S mir nicht bös, als sie meine Kuh, die Mirli in Coco Chanel umtaufen wollte, war’s dann irgendwie aus.“

Mr. Harmley: „Süße Österreicherin, zuweilen vom Unterhaltungswert eine glatte 10, aber manchmal in ner Identitätskrise und hält sich dann für einen Parmaschinken. Da kann man als Mann nicht mit. Hat aber auf meinem Insta-Account total eigeschlagen #sleepingbeauty #parislove. Stellen Sie sich unbedingt immer hinter und nie vor sie, wenn sie so ne mit Käse gefüllte Wurst isst, das könnte sonst ins Auge gehen. Ich spreche aus Erfahrung.“

Jean-Baptiste: “Formidable, ganz magnificque, toll, toll, toll! Isch, wie sagt man, bin begeistert! Fast kein Spliss in den Spitzen, aber sie sollte die Spülung öfter benutzen, damit das so bleibt!“

Der Handybesitzer: „Egal, was sie Ihnen erzählt: Das ist so nicht passiert! Und schon gar nicht war es so wie es ausgeschaut hat. Ich bin wirklich unabsichtlich auf das Handy gefallen und dann standen plötzlich halbnackte Frauen in meiner Wohnung, was hätte ich denn tun sollen? Denen was zum Anziehen anbieten? Ich bin auch nur ein Mann und mir fehlte einfach die Nähe! Wo wir gerade davon reden: Wie stehen die Chancen, dass ich Ihnen nahe kommen darf?“

Der Nikolaus: „Im goldenen Buch unter Elsa-Antoinette Stern. Braves Kind, nur mit der Ordnung hat sie’s nicht so. Ein bisschen weniger Chaos würde nicht schaden, sonst holt sie nächstes Jahr mein Kollege, der Krampus.“

Ein Mann namens Klaus: „Ich finde das gar nicht witzig, dass die in ihrem Blog immer Klaus schreibt, wenn sie eigentlich Penis meint. Wissen Sie, wie oft ich seither ausgelacht werde, wenn ich mich vorstelle, vor allem von Damen?“

Ein anonymer Klaus: „Ich finde das gar nicht witzig, dass ich, seit diese Stern mich und meinesgleichen in ihrem Blog so nennt, von immer mehr Damen mit Klaus angesprochen werde! Und dann schütteln sie mich auch noch und sagen so Sachen wie: „Hallo Klaus, ich bin die Inge, nett dich kennenzulernen!“ Wo ist denn das auch nur annähernd sexy, bitte?“

Der „Bis-später-Peter“: „Ein Tipp von mir: Hauen sie der nie ungefragt auf den Hintern, die haut sonst zurück und ihre Watschn sitzen… Ich weiß das aus Erfahrung! Aber ausgezahlt hat es sich… 1A Hintern! I bin übrigens der Peter, wir sehen uns später!“

Irene: „Ich hab dem Q schon so oft gesagt: „Ich weiß wirklich nicht, was du an der findest! Die hat nicht mal einen Nobelpreis, geschweige denn einen Oscar, im Gegensatz zu mir.“ Und unter uns dick ist sie auch, also im Gegensatz zu mir. Und überhaupt ist sie der Gegensatz von mir: absolut nicht perfekt und daher auch nichts für den Q!“

Die Versuchung: „Bei der brauch ich nie anklopfen, die kommt immer von selber zu mir.“

Natasha: „Also ich weiß wirklich nicht, was der Q an ihr findet und warum er, während er mit mir schläft, auf einmal ausgerechnet „Elsa“ sagt! Ich versteh’s einfach nicht!“

Optiker: „Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie ohne Brille 10 Jahre jünger ausschaut. Was stimmt, denn sie hat über 6 Dioptrien und das macht dann schon einen Unterschied, wenn man sich ohne Brille in den Spiegel schaut.“

Der Theo: „Lustig is es ja, das Sternderl. Immer eine Gaudi! Aber geben sie ihr lieber keinen Edding in die Hand, die malt ihnen sonst lustige Sachen auf die Haut, während sie schlafen. Und das Zeug geht echt schwer runter! Ich bin drei Wochen lang mit einem Elefantengesicht unterhalb der Gürtellinie herumgerannt, nachdem der Kindskopf das letzte Mal bei mir übernachtet hat.“

Herr Q: „Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich momentan in Bezug auf mein Fräulein Stern zu keinem verbindlichen Statement bereit bin.“

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