Perfekt bin ich nur im Konjunktiv – oder warum Irene in Zukunft neben Oscar, Nobelpreis und Olympiamedaille auch noch den Sternderl-Award abstauben muss


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Bevor es noch mal zwischen Herrn Q und mir spannend wird, muss ich leider sudern. Der Grund beginnt mit I- und hört mit -rene auf. Wissen Sie, was mich an Irene wirklich stört? Dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Es ist aber auch schwierig eine Irene aus dem Kopf zu bekommen, wenn diese in einer WG mit meinem „Verlobten“ wohnt und mit ihm Silvester auf einem Berg in einem Chalet verbracht hat. Man könnte glatt meinen, dass sie Herrn Q somit auch nicht aus dem Kopf geht. Und dann sind das gezählt schon zwei Köpfe, in denen Irene herumspukt, also eindeutig zu viele, wenn Sie mich fragen.

Leider habe ich kein Bild zu Irene, ich weiß also nicht mal wie der „Feind“ aussieht. Und das erschwert so einiges. Ich tendiere dann nämlich dazu, mir selbst gedanklich ein Bild zusammen zu schustern und das tut meinem ohnehin schon desolaten Selbstbewusstsein seit ich mich heute früh auf die Waage gestellt habe gar nicht gut. Irene hat solche Probleme selbstverständlich nicht, sie verteilt ihre Kilo wahrscheinlich auch auf mehr Laufmeter als ich. Wahrscheinlich hat sie bei einer Körpergröße von 1,75m nicht mehr als 50kg auf den Rippen, diese freilich dort proportioniert, wo Männer sie gerne haben wollen, also schon mal nicht so wie ich um die Hüfte, an den Oberschenkeln und am Allerwertesten. Sie trägt höchstwahrscheinlich mindestens eine Cup-Größe mehr Oberweite in ihren exklusiven Agent Provocateur Spitzenteilchen spazieren und hat überhaupt schon mindestens einmal die Miss World Wahl gewonnen. Aber Irene tut ganz sicher auch was dafür. Viermal die Woche Pilates und dreimal Bikram Yoga am Morgen gefolgt von einem leichten Dauerlauf, nur um danach mit perfekten, glatten, blonden Haaren, perfektem Make-up und perfektem Lächeln zu glänzen. Sie ist selbstverständlich die Selbstdisziplin in Person und futtert sich zum Businesslunch durch einen Salat mit-ohne Dressing (von dem ihr genau kein Blatt zwischen den perfekten Zähnen hängen bleibt) gefolgt von einem Dessert bestehend aus dreierlei Variation von Schokolade, dessen Anblick alleine bei mir schon die Waage ausschlagen ließe, Irene allerdings lächelt die Kalorien einfach weg, denn sie hat obendrauf einfach auch noch das Glück einen Ruckizucki-Stoffwechsel ihr eigen zu nennen.

Dem nicht genug, ist Irene natürlich auch über die Maßen intelligent. Ich nehme an, dass sie schon im zarten Alter von 18 für den Nobelpreis nominiert war, bekommen hat sie ihn allerdings erst, als sie 21 war und sich hobbymäßig eine Arbeit über Quantenphysik aus dem Ärmel geschüttelt hat. Stephen Hawking hat damals ihre Laudatio gehalten und sie in a nutshell als bombshell vorgestellt. Irene trug für die Verleihung ein langes, bordeauxrotes Satinkleid, das ihr Karl Lagerfeld (dessen Muse sie selbstverständlich auch mal war) extra auf den Leib geschneidert hat und ging an dem Abend auch mit einem Vertrag nach Hause, in dem sich Stephen Spielberg die Rechte an der Verfilmung ihrer Autobiographie gesichert hat. Natürlich durfte sie sich selbst spielen und erhielt dafür auch noch den Golden Globe und den Oscar und ist somit nach Georges Bernhard Shaw erst die zweite Person, die beides gewonnen hat (also Nobelpreis und Oscar). Getoppt wurde das Ganze nur noch von der olympischen Goldmedaille im Fechten. Wie komm ich auf Fechten? Weil’s einen Touch versnobt und elitär ist und trotzdem einen tadellosen Knackarsch zaubert, und den hat Irene selbstverständlich auch. Immerhin scheint die Glückssträhne der Irene in meinem Kopf momentan abzureißen und zwar, weil sie bis jetzt nur auf der päpstlichen Warteliste für eine Seligsprechung steht (wird aber sobald wie möglich, also posthum dann, eh nachgeholt) Und das alles, obwohl sie mindestens fünf Jahre jünger ist als ich…

Kurz zusammengefasst: Irene ist im Gegensatz zu mir perfekt. Ich bin ja leider nur in einem perfekt und zwar im Konjunktiv, ergo auch darin, Irenes Gegenteil zu sein. Und da muss man natürlich auch Verständnis haben für den Herrn Q, dass er so eine perfekte Frau lieber liebt, als eine so unperfekte Frau wie das Fräulein Stern eine ist. On the bright side: Hätte ich einen Oscar, eine olympischer Goldmedaille und einen Nobelpreis zu Hause stehen, dann müsst ich auch mehr abstauben. Insofern hab ich ja noch mal Glück gehabt.

Sie haben natürlich Recht… So eine Irene kann gar nicht real existieren. Das weiß ich auch. Also seit ich die Nobelpreisträger, Oscar-Gewinner und Miss Worlds der letzten 10 Jahre gegoogelt habe. Was mich gewissermaßen beruhigt hat, denn die letzte Nobelpreisträgerin namens Irene ist 1959 bereits verstorben und eine Miss World namens Irene hab ich gar nicht erst gefunden.

Was mich dann aber wieder arg verunsichert hat, war die Sache mit Facebook. Eins vorweg: Ich stalke nicht, ich recherchiere nur! Und so recherchierte ich mich einen Nachmittag lang durch Herrn Qs Freundesliste. Diese ist wirklich extensiv. Mehr und weniger illustre Persönlichkeiten rangieren unter diesen knapp 5000 Kontakten. Bis man da durch ist, vergeht nicht nur eine gewisse Zeit, nein es vergeht einem auch das letzte bisschen Selbstbewusstsein, das man hatte, das können Sie mir glauben. Seine Kontakte sind zu etwa 30 % jung und blond und weiblich und entsprechen somit meinem Stereotyp von Irene. Insgesamt ist Herr Q laut meiner Recherche mit fünf des Namens wegens in Frage kommender Irenes befreundet und alle sehen aus, als wären sie gerade eine Runde bei Topfmodel weitergekommen. Es ist nicht verwunderlich, dass ich auf diese Entdeckung hinauf erst einmal einen großzügigen Schluck aus der Eierlikörflasche brauche. Und das war fatal. Denn Eierlikör (und nur der war schuld) brachte mich auf die Idee, meine Recherche doch noch etwas weiter zu treiben. Ich klickte mich also durch die Profile der Irenes. Nach einem weiteren Schluck Eierlikör verfluchte ich die Privatssphäreeinstellungen bei Facebook, die diesen Irenes ermöglicht, sämtliche Informationen (vor allem den Beziehungsstatus) vor Nicht-Freunden geheim zu halten. Einen weiteren Schluck später kam ich schließlich auf eine ganz glorreiche Idee, zu der dürfen Sie mir gerne gratulieren. Unter dem Motto: Alkohol löst keine Probleme, schafft aber interessante neue, hab ich, bevor ich mich versah, den fünf Irenes in einem Rundumschlag mal lustig eine Freundschaftsanfrage geschickt.

Erst am nächsten Tag ist mir eingefallen, dass Herr Q mich wahrscheinlich umbringen wird, wenn er von dieser Aktion und meiner „Recherche“ erfährt. Da war’s allerdings schon zu spät. Zwei Freundschaftsanfragen wurden direkt ohne Nachfragen akzeptiert und boten Einblicke (vor allem in weite Ausschnitte mit so einem Dekolleté), die ich wirklich nicht gebraucht hätte und eine Nachricht befand sich auch im Messenger: „Liebe Elsa, Es ist sehr nett, dass du dich mit mir befreunden willst, allerdings kennen wir uns nicht persönlich und ich finde auch, dass wir es in Anbetracht der derzeitigen Situation dabei belassen sollten. Ich nehme an, Q sieht das ähnlich. Irene“

In Anbetracht der Situation? In Anbetracht dieser Situation ist mit zuerst das Handy und dann meine Kaffeetasse runtergefallen. Wir haben eine Situation? Ich wusste von einer Situation zwischen Herrn Q und mir, aber warum weiß Irene da auch davon? Oder spricht sie vielleicht von einer gänzlich anderen Situation? Was für eine Situation bitte? Ich hab befürchtet, dass es eine Situation gibt, von der Form her dreieckig wie in dem Dreieck Elsa-Q-Irene, aber ich hatte gehofft, dass man die Unbekannte Irene irgendwie mit Pythagoras wegrechnen könnte und am Ende statt der Gleichung: Elsa² plus Q² = Irene² das Ergebnis: Elsa + Q rauskommt. Mathematisch jetzt natürlich voll unlogisch, aber ich bin sicher, Sie wissen, was ich meine… Und jetzt werde ich aber von Irene darüber in Kenntnis gesetzt, dass es eine Situation gibt. Situation klingt nicht gut, gar nicht. Situation klingt nach: Es gab da einen Vorfall, der so eine Situation nach sich zog und jetzt muss mittels Krisenmanagements eine Lösung gefunden werden. Und Herr Q sieht das zu allem Übel ähnlich. Gut, sicher ist sich Irene nicht, dass Q das ähnlich sieht, aber sie kennt ihn gut genug um es annehmen zu können…

Einen Nobelpreis für Literatur kriegt Irene für diese Nachricht zwar nicht, aber ich könnte ihr eine andere Auszeichnung anbieten. Konkret denk ich da an den Sternderlaward für die beste Realitätswatsche. Ich werde mich heute noch hinsetzen und so eine töpfern und dann würde ich sie Irene gerne so um die Ohren hauen, dass ihre Brustimplantate wackeln.

 

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