50 Shades of Pseudonym

50 Shades of Pseudonym

Sonntags nimmt #fräuleinstern ja gerne zum Anlass, um ein bisschen aus dem Autorenschreibkästchen zu plaudern… und da kommt es ja gerade recht, dass ich letztens mal wieder ein Deja-vue hatte, an dem ich euch gerne teilhaben lassen möchte.


Bekannte A: “Ich wollte mir ja letztens dein Buch kaufen…”
– “Aha, cool.”
Bekannte A: “Ja, aber die haben keins gefunden von dir.”
-“Hm, liegt vielleicht daran, dass ich unter Pseudonym schreibe!?”
Bekannte B: “Ach so, SO EIN BUCH ist das!!”
“Wie? WAS FÜR EIN Buch denn?”
Bekannte A: “Naja, so ein Sexbuch mit Peitschen und so?”
Bekannte B: “Genau, sonst würdest ja nicht unter Pseudonym schreiben.”


Hm, sehr aufschlussreich. Anscheinend heißt “Pseudonym” automatisch, dass man damit im normalen Leben nicht in Verbindung gebracht werden möchte, weil das nämlich peinlich sein könnte, wenn der Chef, die Kollegen, der weitere Bekanntenkreis wüsste… man weiß ja, dass Autoren, die Erotikromane schreiben, NUR und AUSSCHLIESSLICH von ihren eigenen Erfahrungen oder Sehnsüchten berichten!! (Ironiemodus aus)

Jetzt ist “mein Buch” (mit Ausnahme vom Oskar vielleicht) ja ein fast schon zu braver Liebesroman – einfach auch, weil ich selber ein eher ambivalentes Verhältnis zu Sex in Büchern habe, trotzdem schreibe ich unter Pseudonym. Nicht, weil ich mich für die Inhalte im Buch schäme oder sonst was… bei mir war es eine rein praktische Überlegung. Mein “Klarname” (wie das so schön heißt) ist nur nicht gerade das, was ich jetzt adhoc als “eingängig” oder “leicht zu merken” bezeichnen würde. Ich habe einen Nachnamen, der tendenziell meistens falsch ausgesprochen wird und den man bei telefonischen Terminvereinbarungen etc. immer herunterbuchstabieren muss. Daher war für mich der Griff in die Pseudonymkiste einfach praktischer. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass ich unter meinem richtigen Namen auch schon das eine oder andere publiziert habe, was aber so gar nichts mit dem Genre zu tun hat, in dem ich jetzt schreibe. Vom Schulbuch zum Liebesroman ist’s dann doch ein weiter Weg – da möchte man die “Leserschaft” ungern verwirren 😉

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